Ein Wochenrückblick: Geschirrspenden und Gesprächsbedarf

Schon während des Infoabends im „Hähnche“ letzte Woche erfuhren wir, dass für die neuen Anwohner im Brücker Sportpark dringender Bedarf an Geschirr besteht. Während der Betreiber bereits gewährleistet, dass zum Beispiel Standard-Möblierung sowie eigene Sanitärbereiche in sämtlichen Zimmern oder für alle zugängliche Kochgelegenheiten zur Verfügung stehen, ist die Ausstattung mit beispielsweise Geschirr durch den bürokratischen Schritt der Festlegung von künftigen Barleistungen für die jeweiligen Flüchtlinge nicht unmittelbar geklärt. Deshalb organisierte unsere Spenden-AG kurzfristig für vergangenen Samstag, 7. März, eine öffentliche Sammelaktion, zu der wir alle Bürger per Aufruf eingeladen hatten. Und die Beteiligung war, ähnlich wie bei der Infoveranstaltung, erfreulich gut.

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Jung und Alt aus Brück kam vorbei, um Spenden abzuliefern, wofür wir uns hier noch einmal, vor allem auch im Namen der Bewohner der Flehburg, herzlich bedanken. Es ist schön zu sehen, dass dieser große Einsatz zu einem so positiven Ergebnis geführt hat. Bei der Übergabe der Spenden in der Flehburg wurden wir zum einen sehr freundlich von den anwesenden Flüchtlingen begrüßt und zum anderen zeigten sie sich sehr dankbar, teils mit Freudentränen in den Augen. Man kam miteinander ins Gespräch, knüpfte erste Kontakte und konnte hoffentlich die eine oder andere schöne Erfahrung bzw. Erinnerung mitnehmen. Auch einige Skeptiker waren vor Ort, die sich einfach mal ein Bild machen wollten. Vielleicht konnte die freundliche und entspannte Stimmung manchen Vorbehalt abbauen. Jedenfalls war die Aktion der Willkommensinitiative ein voller Erfolg und ein viel versprechender Start für einen guten Kontakt miteinander. Liebe Menschen, Danke hierfür.

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Im Laufe der Woche wurden wir mit einigen sehr kritischen Fragen zur Situation in und an der Flehburg konfrontiert. Von der Schließung der Gaststätte „Essklasse“ zur Aufnahme zusätzlicher Personen und der damit einhergehenden Fehl- oder Falschinformation der Bürger konnte man beispielsweise genauso lesen wie von Gerüchten rund um die zwei Polizeieinsätze, die im Laufe der ersten Woche im „Brücker Sportpark“ stattfanden.

Uns ist die schnelle und korrekte Information zu allen uns bekannten Vorgängen, die das Thema Flüchtlinge in Brück betreffen, sehr wichtig, damit nicht Gerüchte oder Vermutungen für Verunsicherung sorgen und das Klima belasten. Dass wir für die Aufklärung einzelner Sachverhalte manchmal mehr Zeit benötigen als uns lieb ist, bedauern wir. Aber wir wollen, dass sich die Brücker auf unsere Informationen verlassen können – da geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Wichtig ist: Bitte melden Sie sich per Mail (willkommen-in-brueck@posteo.de), wenn Sie Informationen oder Fragen haben, die Sie geklärt wissen wollen. Wir gehen dem nach.

Zur Schließung der Gaststätte „Essklasse“: Ja, die Gaststätte in den Räumlichkeiten der Flehburg hat ihren Betrieb eingestellt, das war auch vorgesehen. Und nein, es werden keine neuen Plätze für die Unterbringung weiterer Flüchtlinge geschaffen. Mit den Umbauten werden Gemeinschaftsräume für die Bewohner der Unterkunft geschaffen. Sie brauchen einen Ort, an dem sie sich „treffen“ und Aktivitäten nachgehen können. Einerseits entsprach der Hotelbetreiber damit der konkreten Forderung des Gesetzgebers zur Schaffung solcher Gemeinschaftsräumlichkeiten, andererseits erfüllt man damit auch einen Wunsch, der häufig von Flüchtlingen allgemein und auch im Fall der Flehburg geäußert wurde. Außerdem können diese Räume in Zukunft für die Beratung durch die städtischen Sozialarbeiter, aber auch durch unsere Initiative genutzt werden, um beispielsweise den von uns geplanten Sprachunterricht zu realisieren.

Was die Vorfälle mit Polizeibeteiligung angeht, ist es so, dass im ersten Fall letzte Woche eine Person, die als Nicht-Bewohner des Heims schlicht nicht zutrittsbefugt war, in die Räumlichkeiten des Heims wollte. Hier hat der vor Ort rund um die Uhr eingesetzte Sicherheitsdienst schnell und korrekt gehandelt, indem er die Polizei alarmierte, die zügig vor Ort war und die Situation klären konnte.

In der zweiten Situation am vergangenen Sonntag gab es Streitigkeiten zwischen zwei Bewohnern der Flehburg, bei der der Sicherheitsdienst ebenfalls richtig gehandelt hat, die Polizei zu informieren. Die Sache konnte dann schnell geklärt werden. Natürlich sind solche Zwischenfälle unschön, es freute uns aber zu hören, dass sich die beiden Streithähne schon vor dem Eintreffen der Polizei vertragen haben und, dies finden wir sehr lobenswert, sich beide bei Mitarbeitern des Hotels für die Unannehmlichkeiten entschuldigten.

Dass sich die Polizei in beiden Fällen jeweils noch eine halbe Stunde in der Nähe aufhielt, ist ein obligatorisches Vorgehen, welches auch in anderen, vergleichbaren Fällen praktiziert wird. Also wird und wurde genauso gehandelt, wie wir Brücker es uns zur unser aller Sicherheit wünschen. Unsere Initiative nimmt natürlich die in den sozialen Netzwerken kommunizierten Themen wahr. Wir werden uns allerdings nicht an jeder Diskussion beteiligen, werden aber versuchen, da, wo es sinnvoll ist, die nötigen Fakten beizusteuern. Ansonsten konzentrieren wir uns auf die praktische Arbeit für die Flüchtlinge und für ein gutes Miteinander.

Dieser nächste Schritt zum besseren Kennenlernen, wird am kommenden Sonntag gemacht. Die Initiative hat alle Flüchtlinge zu einem ersten großen Treffen eingeladen. Hier werden wir konkreter besprechen, wo Hilfe und Unterstützung besonders gefragt sind. Und wir hoffen, mehr zu erfahren von den Schicksalen und Erfahrungen der Flehburg-Bewohner. Wir werden berichten.

3 Kommentare

  1. Alles Gut

    Guten Tag,

    vorab:
    Ich unterstütze die Initiative ‚Willkommen in Brück‘ und ich wünsche den Bewohnern der ’neuen‘ Flehburg einen guten Anfang in Ihrem neuem Heim.

    Kritik:
    Ich bedauere, dass die Initiative sich ‚versteckt‘. Ich habe vergeblich nach Telefon- oder Emailkontakten gesucht, um hier jemanden konkret anzusprechen. Jeder mittelmäßige Blog verfügt jedenfalls über die Möglichkeit sich bei Problemen oder Fragen an einen Moderator per PM zu wenden.

    Hier auf -dieser Seite und auch bei Facebook- findet sich nichts. Ich möchte kein Kontaktformular ausfüllen oder meine Nachrichten an dubiose email-Adressen admin@posteo senden, wenn ich mich denn engagieren möchte, sondern Ansprechpersonen wiederfinden.

    Warum diese Anonymität?

    Ich fordere die Initiative auf, hier mehr Transparenz zu zeigen. Dies wird die Akzeptanz dieses Internetauftritts und die Sache fördern.

    Weiterhin hinterfrage ich die Namensgebung des Projekts ‚Willkommen in Brück‘.
    Die Kennzeichnung schlechthin deutet doch daraufhin, dass jemand ‚ankommt‘ und sich umschaut. Also war meine erste Reaktion: Wem dient diese Seite?

    Bisher jedenfalls doch hauptsächlich den Brücker Bürgern, die sich um Ihren Stadtteil sorgen und nach Informationen suchen.

    Der Seitenname jedoch suggeriert (ob beabsichtigt oder nicht), dass hier Neuankömmlinge Informationen und Kontakte finden um sich zurechtzufinden.

    Sollte DIES nicht die Intention der Initiative sein, dann kann man das klar stellen.

    M.E. zeigt die Anonymität und eben die Nicht-Ausrichtung der Seitenbetreiber, dass hier nur eine Strategie verfolgt wird.

    Zu dem Bericht:
    Es ist die Tendenz klar abzusehen, dass sich der Betreiber/Inhaber der Flehburg eine ‚goldene Nase‘ verdienen wird, auf Kosten der Stadt Köln. Das Objekt ist abgeschrieben und wird nach Beendigung der Nutzung als Flüchtlingsheim abgerissen werden. Wer will das dem Betreiber/Inhaber verdenken daraus Kapital zu schlagen?

    Antworten
    1. Redakteur (Beitrag Autor)

      Guten Abend,

      vorab vielen Dank für Ihre Nachricht und für Ihre Unterstützung in der Sache.

      Wir können grundsätzlich nachvollziehen, dass Sie das Fehlen namentlicher Ansprechpartner auf der Internetseite als Anonymität wahrnehmen. Obgleich wir unter der Adresse „willkommen-in-brueck@posteo.de“ gerne jegliche Anfragen, Kommentare und Anregungen entgegennehmen, so könnte man an dieser Stelle und im ersten Moment einen konkreten Ansprechpartner vermissen. Bisher läuft die Kontaktaufnahme so ab, dass wenn uns jemand unter der oben aufgeführten Mailadresse kontaktiert, sich ein Mitglied des Kommunikationsteams der Beantwortung annimmt und die Antwortmail auch mit vollem Namen unterschreibt, damit der Empfänger weiß, mit wem er es zu tun hat. Abhängig von der Art der Anfrage, stellen wir anschließend auch gerne den persönlichen Kontakt mit unseren AG-Koordinatoren oder sonstigen Mitgliedern der Initiative her.

      Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir bisher – außer im Impressum – keine personenbezogenen Kontaktdaten auf unserer Seite zur Verfügung stellen. Dies hat zweierlei Gründe: erstens möchten wir die Schwelle für eventuelle persönliche Beleidigungen und Anfeindungen durch Dritte möglichst hoch setzen, damit nicht jeder negativ eingestellte Besucher der Seite gleich den scheinbar „richtigen“ Adressaten für seinen Ärger findet, was uns letztendlich viel Zeit kosten würde, die in der aktiven Arbeit deutlich besser angelegt ist. Auch Sie selbst haben sich, wohl nicht ohne guten Grund, für die Verwendung eines Nicknames entschieden. Zweitens sind wir noch immer „nur“ eine Initiative und verfügen über keinen legitimierten Vorstand oder Ähnliches. Sowohl das Koordinations- als auch das Kommunikationsteam sind den anderen Teilen der Initiative (z.B. den AGs) demnach gleichgestellt. Es macht also insofern keinen Sinn, einen Vorsitzenden oder einen festen Sprecher auf der Seite aufzuführen. Des Weiteren sind wir oft in der Situation, dass einige Aufgaben von mehreren Personen wahrgenommen werden, weshalb wir uns vorbehalten, die ankommenden Anfragen nach unserem Ermessen an die entsprechenden Stellen weiterzuleiten, um eine ausgewogene Auslastung der Ehrenamtlichen zu gewährleisten.

      Der von Ihnen geforderten Bemühung um Transparenz, versuchen wir insoweit gerecht zu werden, als dass wir zukünftig sämtliche Protokolle der Treffen von Koordinationsteam und AGs auf unserer Internetseite veröffentlichen werden.

      Der Seitenname leitet sich vom Namen der Initiative „Willkommen in Brück“ ab, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, die Geflüchteten in Brück, Neubrück und Umgebung willkommen zu heißen. Zu unseren formulierten Zielen gehören die Unterstützung von Flüchtlingen, die Schaffung einer Willkommenskultur und auch (aber nicht nur) die Information aller Bürger.

      Zu Ihrem letzten Punkt: Wir verdenken es dem Besitzer des Brücker Sportparks nicht, dass er als Unternehmer auch versucht, seine Gewinninteressen in diesem Projekt durchzusetzen. Allerdings sind wir sehr daran interessiert, dass die Geflüchteten menschenwürdig untergebracht werden, ihnen gesellschaftliche Partizipation ermöglicht wird und die Vorhaben unserer Initiative vor Ort bestmöglich umgesetzt werden können, weswegen wir sowohl mit dem Besitzer, als auch mit der Leitung des Sportparks eng zusammenarbeiten.

      Ich hoffe sehr, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte.

      Mit freundlichen Grüßen

      Marc Michalsky

      Antworten
  2. Monika Brunst

    Vielen Dank für diese umfassende Information. Das ist die beste Grundlage für unser Engagement und verhindert unnötige Ängste. Bitte weiter so!

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